Michael Gerber
„Barry Trotter und die schamlose Parodie“
Inhalt (Achtung Spoiler):
Zauberlehrling Barry Trotter befindet sich mittlerweile im elften Jahr auf der Zauberschule Hogwash. Bei seinem aufwändigen Lebensstil war vom Erbe seiner Eltern nämlich schon bald nichts mehr übrig, und so hatte er mit der Schule eine stillschweigende Übereinkunft geschlossen - unabhängig von seinen Noten durfte Barry so lange auf Hogwash bleiben wie er wollte. Allein seinetwegen bewarben sich nämlich pro Jahr 20 Kandidaten auf jeden freien Platz, was auch die Schulgebühren in astronomische Höhen schießen ließ.
Einerseits war Hogwash nun die Schule mit dem höchsten Etat, andererseits war sie nun auch kein Geheimnis mehr. Weibliche Fans, zumeist Muddels, belagern Tag und Nacht das Gemäuer, um einen Blick auf Barry Trotter, den Helden unzähliger Bücher, werfen zu können. Als die Autorin J.G. Rollins auch noch plant, Barrys Abenteuer durch Wagner Brothers verfilmen zu lassen, platzt dem Schulleiter Alpo Bumblemore der Kragen. Er befürchtet, dass nach der Verfilmung die Trotter-Fans Hogwash Stein für Stein abtragen und bei Ebuy versteigern werden.
Barry trommelt also seine alten Freunde Lon und Hermeline zusammen und macht sich auf in die Muddel-Welt, um J.G. zu entführen und so den Film zu verhindern. Doch auch seine Freunde sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Seit Lon beim Quaddatsch-Spiel ein Ball durch den Kopf geflogen ist, bläst ihm nicht nur der Wind durch seine hohle Birne, er hat auch das Verhalten und den IQ eines Hundes. Hermeline, inzwischen Lehrerin auf einer Schule für Minderbegabte, legt auf der Suche nach J.G. ein nymphomanisches Verhalten an den Tag.
Natürlich müssen sie auf ihrem Weg nicht nur vor unzähligen, aufdringlichen Fans flüchten, sondern auch Barrys Patenonkel Serious loswerden und den Schurken Valumart bekämpfen. Ob die drei den Film wirklich verhindern können, sollten Sie lieber selber herausfinden!
Kritik:
Dieses Buch strotzt vor Anspielungen, schwarzem Humor und anstößigen Witzen, die teilweise meterweit unterhalb der Gürtellinie liegen. Leute, die mit Harry Potter gar nichts am Hut haben, werden Schwierigkeiten haben, dieses Buch zu verstehen, da es sehr viel Wissen um den Zauberlehrling und seine Abenteuer voraussetzt. Auch die stellenweise vulgäre Sprache ist nicht jedermanns Sache. Die Charaktere sind, in ihren "neuen" Eigenschaften, sehr gut getroffen. Was die Story betrifft, nun ja, manchmal fragt man sich, worum geht es in diesem Buch überhaupt? Davon abgesehen nimmt das Buch sich selber auch nicht ernst...
Eingefleischte, loyale "Harry Potter"-Fans werden vermutlich nach den ersten 20 Seiten zu ihrem Anwalt rennen und eine Klage wegen seelischer Grausamkeit einreichen. Wer aber Harry Potter und den ganzen Medienrummel um diese Figur sowieso nicht leiden kann, wird an diesem Buch wahrscheinlich seine helle Freude haben. Für Kinder ist dieses Werk allerdings völlig ungeeignet.
Als kleinen Bonus gibt es am Ende des Buches ein (absolut nicht ernst gemeintes) Formular, in dem man ankreuzen kann, was man von dem Buch hält.
Über den Autor:
Dass der amerikanische Autor Michael Gerber, geboren 1970, ein Fan schwarzen Humors und, wie kann es anders sein, auch ein Fan von "Monthy Python" ist, wird in dem Buch nur zu offensichtlich. Bekannt wurde er mit seiner Parodie "Wovon wir reden, wenn wir von Doughuts reden". Wenn er nicht gerade "Harry Potter" auf die Schippe nimmt, schreibt er für den "Playboy", das "Wall Street Journal" und den "New Yorker".
5/2004 (c) Melanie Brosowski
Titel des Buches: Barry Trotter und die schamlose Parodie
Autor: Michael Gerber
Verlag: Europa Verlag
ISBN: 3-203-77505-0
Preis: 17,90 Euro
Seitenzahl: 320 Seiten
Erscheinungsdatum: August 2003
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Aktualisiert (Samstag, 14. März 2009 um 08:49) Geschrieben von: M. Brosowski (Sonntag, 22. Februar 2009 um 10:30)



