Melanie Brosowski

Ein Abend mit Andrew J. Robinson

Garak live und in Hamburg

wir_220Am 14. Juni 2008 lud FKM-Events zu "An Evening with Andrew Robinson" nach Hamburg-Reinbek ein. Das TrekZone-Network-Team, vertreten durch Marvin Luchs, Henning Koonert, Tom Gerlich und mich, traf sich am Hamburger Hauptbahnhof und fuhr von dort mit der S-Bahn nach Reinbek.

Mit zirka 20 Minuten Fahrzeit war die Anreise mehr als optimal. Das Sachsenwald-Hotel Reinbek/Hamburg war nach wenigen Gehminuten schnell erreicht und die Entscheidung für ein Hotel etwas außerhalb und dafür niedrigere Eintrittspreise war meines Erachtens nach vollkommen richtig.

Kaum hatten wir die Lobby betreten, ging es auch schon los. In einer gemütlichen Sitzecke stellte sich der sehr leger gekleidete Schauspieler nach einer Begrüßung mit Handschlag unseren Fragen. Für Robinson war es sein zweiter Besuch in Hamburg und in der Zwischenzeit sei viel geschehen, wie er uns erzählte. Dann streifte er lässig sein Jackett ab und rührte in seinem Kaffee, während er uns von seiner derzeitigen Tätigkeit als Schauspiellehrer an der Universität von Kalifornien berichtete. Wir waren mehr als erstaunt, als wir erfuhren, dass er vor seinem Engagement bei DS9 nicht wusste, um was es in "Star Trek" geht. Die Atmosphäre des Interviews war sehr angenehm und Robinson beantwortete unsere Fragen sehr ausführlich und mit einer Herzlichkeit, die mich überraschte. Auch hatte er sich unsere Namen gemerkt und suchte beim Sprechen Augenkontakt.

Nach 45 Minuten, die viel zu schnell vergingen, gab es netterweise noch ein Foto mit uns und dann ging es auch schon in den Raum, wo das anschließende Panel stattfinden sollte. An der Kasse bezahlten wir noch 15 Euro für das Büffett und hatten dann freie Platzauswahl im Saal. Dass nur etwa 40 der zirka 50 Stühle besetzt waren, schiebe ich jetzt mal auf die Parallelveranstaltung Nordcon. Aber dieser kleine Rahmen gab dem Ganzen etwas sehr Familiäres und die anderthalb Stunden Panel vergingen wie im Flug.

Unter anderem berichtete Robinson den anwesenden Gästen von zwei Schauspieler-Kollegen, die zu seinen Idolen zählen: Clint Eastwood und Walter Matthau. Seinen ersten Filmauftritt hatte Robinson in "Dirty Harry" mit Clint Eastwood. Mit ihm zu drehen sei gewesen, als würde man mit Gott drehen, so Robinson. Walter Matthau hingegen sei einer der unwahrscheinlichsten Menschen, die es zum Filmstar gebracht haben. Lange fragte sich Robinson, was diesen Mann zum Film getrieben hätte – bis er Walter Matthau einmal selber danach fragte. Die Antwort: Sein Buchmacher aus New York habe angerufen. Aufgrund seines riesigen Haufens an Wettschulden könne Matthau sich aussuchen, ob er lieber die Arme oder die Beine verlieren würde. Matthau habe sich dann entschlossen, lieber gar nichts zu verlieren und jeden nur erdenklichen Job angenommen, um die Schuld begleichen zu können. Darunter eben auch den als Schauspieler...

Für viele vielleicht überraschend war, dass Robinson auch Mitglied der Oscar-Jury ist. Besonders beeindruckt habe ihn da zuletzt der deutsche Film "Das Leben der Anderen". Robinson hat seine Oscar-Stimme sowohl für den Film selbst als auch für Ulrich Mühe als bester Darsteller vergeben. Keinen Film hingegen wird es laut Robinson von "Deep Space Nine" geben. Die Serie sei dafür zu kompliziert und wohl auch nicht Rick Bermans Liebling gewesen.

Nach dem Panel bat Robinson zur individuellen Fotosession, die im Eintrittspreis inbegriffen war. Wer wollte, konnte sich auch noch, das allerdings gegen Bezahlung, ein Autogramm holen. Um 21 Uhr wurde dann das Büffet eröffnet. Die Auswahl war zwar begrenzt, dafür umso leckerer: Sandwiches, Garnelen im Knuspermantel, Wraps, Mini-Pizzetten, Frikadellen, Mini-Donuts und Obstsalat. Während des Essens hatten wir Gelegenheit, mit dem Veranstalter zu sprechen. Zwar war die Anzahl der Gäste geringer als erwartet, aber es besteht dennoch Hoffnung, dass solch ein Event in Hamburg wiederholt wird. Das wäre wünschenswert.

Melanie Brosowski, Juni 2008 für die "Incoming Message" Ausgabe 69 (#122)

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